Spucki

In meinem ersten Beitrag hier auf dem Blog erzählte ich von den verschiedenen Namen, die mein Mann und ich für unseren Sohn haben („Kleines Müff“). Einer davon, meistens von meinem Mann genutzt, lautet „Spucki“. Denn wie vermutlich jeder andere Säugling auch spuckt der kleine Kerl in schöner Regelmäßigkeit die kurz zuvor in ihn hineingefüllte Milch wieder aus. Aus diesem Grund trage ich Zuhause meist nur noch Oberteile, denen eine Dekoration aus Milch und Babyspucke nichts ausmacht. Allerdings spuckt das Kind aber auch außerhalb.

Einmal erwischte es mich nach einem Besuch bei der Krankengymnastin. Leider trug ich einen rosa Pullover, auf dem den großformatigen Spuckfleck sehr gut sah. Und leider musste ich noch kurz in den Supermarkt. Während mal wieder alte Damen meinen harmlos schlafenden Sohn in der Babyschale bewunderten, dachte ich daran, wie ich unter dem bis zum Kinn geschlossenen Reißverschluss der Jacke aussah.

Einer nicht repräsentativen familieninternen Umfrage zufolge aber trifft es den Gatten schlimmer als mich. Nachdem er kürzlich an einem Nachmittag fünf Mal von seinem Stammhalter angespuckt wurde, hörte ich ein genervtes „Och Nööö!!“ aus dem Schlafzimmer und bekam das Kind in die Hand gedrückt.

Das mit dem Kind in die Hand gedrückt bekommen endet für mich manchmal allerdings blöde. Etwa, als der Sohn erst sich und dann den Mann vollspuckte und anschließend auch noch mich (keine Ahnung, wo der die ganze Milch her hatte). Vor lauter Gelächter hätte ich damals beinahe das Baby fallen gelassen.

Kurz zusammengefasst: Der Gatte glaubt, nur er werde andauernd in böswilliger Absicht vom Sohn angespuckt. Ich glaube, das Kind verteilt seinen Mageninhalt gerecht auf beide Eltern. Genauer gesagt glaubte ich das bis heute.

Heute nämlich stillte ich das kleine Müff nach einem Spaziergang in einem Café. Während ich bezahlen ging, kümmerte sich mein Mann kurz um das Kind. Als ich zurück kam, traf ich auf einen jammernden Mann, dem sein Sohn zielgenau in den Schritt gespuckt hatte. Dekoriert war das Werk mit einer kleinen roten Blüte, die der Sohn zuvor hingebungsvoll zerrupft hatte. Mein schallendes Gelächter steigerte die Laune des Gatten nicht wirklich.

In Zukunft werde ich auf Ausflügen wohl besser nicht nur Wechselkleidung für den Sohn, sondern auch für den Vater mitnehmen.

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Ein Gedanke zu “Spucki

  1. Pingback: Die erste Möhre | Das kleine Müff

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