Bedingungslose Angst

Ulrike veröffentlichte vor wenigen Tagen in ihrem Blog „Mulkeprotokolle“ den wunderschönen Text „Bedingungslos“, in dem sie von der bedingungslosen Liebe zu ihrem drei Monate alten Sohn berichtet. Eigentlich wollte ich ihren Text kommentieren, aber das wäre zu lang geworden. Deshalb mache ich einen eigenen Blog-Eintrag daraus.

Schon lange, bevor ich schwanger wurde, hatte ich schon von Freundinnen und Verwandten diesen Satz gehört: „Es gibt nichts wichtigeres für mich als die Kinder.“ Ich dachte nicht weiter darüber nach. Es erschien mir irgendwie selbstverständlich. Es gehört doch irgendwie zum Grundkonsens, dass es für eine Mutter nichts wichtigeres und wertvolleres als ihre Kinder gibt.

Dann wurde mein Sohn geboren und plötzlich wurde dieses theoretische Wissen zu einem unheimlich mächtigen Gefühl in mir. Ich sah dieses süße, wunderbare kleine Wesen und wusste, dass ich alles tun werde, um es zu beschützen und dafür zu sorgen, dass es glücklich ist. Denn das ist mein größter Wunsch: dass mein Sohn glücklich in seinem Leben ist. Und egal was ihn glücklich macht, ich werde ihn dabei unterstützen. Hier kommen wir wieder zu Ulrikes Thema, der bedingungslosen Liebe. Ich habe mir fest vorgenommen, meinen Sohn bedingungslos zu lieben und ihm beizustehen. Mir fallen nur sehr wenige und sehr schlimme Dinge ein, die diesen Entschluss ins Wanken bringen könnte.

Mit dieser bedingungslosen Liebe geht aber auch große Angst einher. Angst, dass meinem kleinen Liebling etwas passieren könnte. Ich neige dazu, mir bei schrecklichen Szenen im Fernsehen oder in Krimis vorzustellen, wie ich in so einer Situation wohl reagieren würde. Wie würde ich mich wohl verhalten, wenn plötzlich ein Einbrecher in meiner Wohnung stehen würde?

Diese Vorstellungen sind noch immer da. Aber sie sind anders geworden. Schlimmer. Jetzt stelle ich mir die Frage, ob ich mein Baby beschützen könnte. Meine Angst gilt nicht mehr mir, sondern nur noch meinem Sohn. Bei einem Fernsehbericht über den plötzlichen Kindstod brach ich in Tränen aus. Alleine der Gedanke, dass mein Sohn irgendwann vielleicht einmal nicht mehr bei mir sein könnte, schnürt mir den Hals zu. Kürzlich ertappte ich mich sogar dabei, ob ich mein Kind im Falle eines Falles wohl im Bettkasten des Sofas verstecken könnte.

Die Liebe zu meinem Sohn ist bedingungslos, riesig und in gewissem Maße auch angsterfüllt. Ich denke, das ist wohl das, was man „Mutterliebe“ nennt und was man erst verstehen kann, wenn man es selbst erlebt.

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Ein Gedanke zu “Bedingungslose Angst

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