#Papakanndas – ich muss ihn nur lassen

Beim abendlichen Stöbern auf anderen Mama-Blogs (genauer gesagt auf chaoshoch2.com) bin ich auf die Blogparade #Papakanndas gestoßen. Und habe mich sofort dazu entschlossen, auch einen Text zum Thema zu schreiben. Denn es hat einige Zeit gedauert, bis ich akzeptiert habe, dass der Gatte viele Dinge mindestens genauso gut machen kann wie ich.

Vor der Geburt des Sohnes hätte ich nie von mir geglaubt, dass ich einmal eine Glucke werden könnte. Und doch ist es so gekommen. Die ersten Wochen nach der Geburt wollte ich die Wohnung kaum verlassen. Nein, ich hatte keine psychischen Probleme, ich wollte nur einfach die Zeit mit meinem kleinen Spatz genießen. Später, als der Gatte wieder arbeitete, verbachte ich zwangsläufig sehr viel mehr Zeit mit unserem Sohn und lernte so, seine Zeichen viel schneller zu deuten als mein Mann es konnte. Bedeutet dieses Jammern nun, dass der Lütte eine volle Büx hat oder hat er doch eher Hunger? Beruhigt er sich beim Einschlafen besser durch Kopf streicheln oder durch in-den-Arm-nehmen?

Natürlich schläft der Sohnemann auch ein, wenn Papa ihn ins Bett bringt. Nur dauert es manchmal sehr viel länger als bei mir und geht mit mehr Gejammere vor sich. Es kostet mich manchmal viel Überwindung, nicht ins Schlafzimmer zu stürmen und zu sagen: „Lass, ich kann das besser.“ Denn wie soll es denn besser werden, wenn ich den Mann nicht machen lasse?

Als der Sohnemann schon einige Monate alt war fiel mir auf, dass der Mann noch nie alleine mit dem Kinderwagen unterwegs war. Nicht, weil er nicht gewollt hätte. Sondern weil ich automatisch immer mitgegangen war. Irgendwann an einem warmen Sonntag machten Gatte und Sohn sich zu einem Spaziergang in den nahen Wildpark auf. Ich konnte die freie Zeit gar nicht richtig genießen, schielte die ganze Zeit auf mein Handy und wartete auf eine Nachricht des Mannes. Die Nachricht kam dann auch in Form eines Fotos – und zeigte ein entspannt schlafendes Baby.

Vor wenigen Wochen waren wir zum Geburtstag des Schwagers in ein Restaurant eingeladen. Damit ich in Ruhe aufessen konnte, ging der Gatte mit dem Sohn raus und machte ihm im Kofferraum unsers Autos eine neue Büx. Durchs Fenster sah ich, wie ein altes Ehepaar zu ihm ging. „Die geben doch bestimmt einen Kommentar zum Thema ‚Papa wechselt Windeln‘ ab“, dachte ich. Doch Pustekuchen. Sie wollten nur einmal einen Blick auf unser kleines Baby werfen. Dass ein Mann sich in der Öffentlichkeit um die Windel seines Sohnes kümmert wahr völlig normal für sie.

Nächste Woche gehe ich mit meiner Tante auf den Flohmarkt und lasse unseren Sohn für mindestens zehn Stunden bei meinem Mann. Denn inzwischen bin ich mit vollkommen sicher: Papa kann das. Ich muss es ihm nur zutrauen.

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