Der schmerzhafte Teil der Mutterschaft

Schon lange, bevor man als Frau schwanger wird, wird man auf die unsagbaren Schmerzen der Geburt vorbereitet. Egal ob Mütter, Tanten, Fernsehen oder Bücher – über die unschönen Aspekte der Niederkunft wird frau informiert, ob sie nun will oder nicht. Etwas aber wird einer Frau immer verschwiegen. Etwas, auf das ich auch gerne vorbereitet gewesen wäre. Ich spreche von den Schmerzen, die auf eine Frau warten, wenn das Kind erst einmal da ist.

Meine beste Freundin trägt seit einigen Jahren einen praktischen Kurzhaarschnitt. Nicht, weil kurze Haare ihre Traumfrisur wären. Sondern weil kleine Kinder sich in langen Haaren einfach zu gut festkrallen können. Und wie jede Mutter weiß, tun sie das sehr, sehr gerne. Ich trage meine Haare noch lang und muss nun unter dieser Entscheidung leiden.

Meine Handgelenke und Oberarme sehen übrigens so aus, als wenn ich mich regelmäßig in Dornenbüsche schmeißen würde. Tue ich aber nicht. Stattdessen stille ich das Kind. Und da nur gemütlich Milch zu trinken offensichtlich zu langweilig ist, hat der kleine Mann für sich das Kneifen als Nebentätigkeit entdeckt. Da ich seine Fingernägel leider nicht immer so manikürt habe, wie es sein sollte, fühlen sich seine Kniffe manchmal an wie mit kleinen Nadeln. Und außerdem bin ich übersät mit kleinen Narben.

So schmerzhaft ausholende Schläge mit dem Schnuller, Tritte gegen den Bauch oder Piekser ins Auge auch sind, manchmal sind die Attacken meines Sohnes auf mich regelrecht lebensgefährlich. So wie vorhin, als er mir beim Kuscheln gepflegt mit der Faust gegen den Kehlkopf drückte. Oder als er mir Daumen und Zeigefinger in die Nase steckte und weil diese perfekt hinein passten ich kaum noch Luft bekam.

Aber da ich bekennende Optimistin bin, versuche ich in all dem auch etwas Gutes zu sehen. So habe ich mit dem Sohnemann ein Abkommen geschlossen: Er darf mir gerne an den Haaren ziehen, wenn er sich dabei auf meine grauen Haare beschränkt. Jetzt muss ich ihn nur noch davon überzeugen, seinen Teil der Abmachung auch einzuhalten.

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