Meine Schuld

Jede Mutter kennt diese Momente, in denen sie fix und fertig ist. In denen einem das Muttersein einfach nur über den Kopf wächst, man genervt ist weil das Kind seit Tagen nur quengelig und anstrengend ist und man nix von dem schafft, was man sich vorgenommen hat. Und wessen Schuld ist das? Na klar, es ist meine als Mutter. Jedenfalls in den Augen vieler Mitbürger.

Mein Sohn macht nicht einmal Anstalten, nachts durchzuschlafen und hat alle zwei bis drei Stunden Hunger? „Dann liegt es wohl an der Mutter“, sagten mir neulich jemand so nebenbei. Übrigens ein Mann.

Auch mit bald zehn Monaten zeigt das Kind noch überhaupt kein Interesse an Brei, Dinkelstangen oder sonstiger fester Nahrung? Warum auch, wo ich es ihm doch so einfach mache und ihn noch immer dann stille, wenn er danach verlangt.

Sobald ich den Raum verlasse oder nur kurz außer Sicht bin, fängt der Sohnemann herzzerreißend an zu weinen und lässt sich nur beruhigen, wenn ich wieder da bin? „Da musst dich halt öfter mal von ihm trennen und ihn auch mal abgeben“, so ein Ratschlag. Mein Sohn vermisst mich also, weil ich den ganzen Tag nur wie eine Glucke auf ihm hänge. Vielen Dank auch.

Was genau sollen die Bemerkungen? (Abgesehen davon, dass sie totaler Blödsinn sind.) Sollen sie mir sagen, dass es doch alles viel entspannter sein könnte, wenn ich als Mutter nicht so viele Fehler machen würde? Wahrscheinlich denken die Leute, die mir solche Sprüche um die Ohren hauen, sich gar nichts dabei. Aber in ihrer Gesamtheit geben sie mir das Gefühl, ich sei selbst Schuld an meinem Stress.

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2 Gedanken zu “Meine Schuld

  1. Diese Zeiten kenne ich noch sehr gut. Mein älterer Sohn war ebenfalls sehr intensiv. Zuerst möchte ich dir sagen, dass du dir auf keinen Fall von Fremden oder den lieben Verwandten etwas einreden lassen sollst. Höre auf dein Bauchgefühl und handle danach! Damit liegst du immer richtig. Nimm bei dir selbst allen Termindruck oder „deine to do Liste“ aus dem Kopf. Schau was der Tag dir bringt und handle spontan. Je entspannter du selbst bist, desto entspannter das Kind. Dann ist halt nicht aufgeräumt, oder nicht gebügelt! Stell dich auf den Rhythmus deines Kindes ein. Mir hat damals auch ein Buch gut geholfen. “ Oh je, ich wachse“ heißt dieses. Darin sind die einzelnen Entwicklungsstufen erklärt. Macht so manch einen anstrengenden Tag verstehbarer😀 Ich wünsche dir eine spannende Zeit mit deinem Kind! Halt die Ohren steif. Liebe Grüße, Mia

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  2. Auftragsmama

    Egal wie alt die Kinder sind – es gibt immer wieder Zeiten, in denen man das Gefühl hat, alles falsch zu machen. In denen man denkt, man könne keinen einzigen Tag mehr durchhalten.
    Tröste dich – die meißten Streßzeiten lösen sich von ganz allein wieder auf. Du darfst nur nie vergessen, dich auch in den Mittelpunkt zu stellen. Es gibt nicht nur die Kinder; wenn die Eltern nur noch als ausgepowerte Gestalten daherkommen, nützen sie den Kindern nämlich auch nichts mehr.
    Versuche dir so viele Auszeiten wie möglich zu organisieren.
    Kannst du Abläufe in deinem Alltag ändern, damit es reibungsloser läuft? Und später: Was kann das Kind jetzt schon allein, wo kann ich mich rausziehen?
    Es ist wichtig, sich immer vor Augen zu führen, dass Kinderbetreuung/Erziehung ein anstrengender Job ist und du musst dir Chillphasen gönnen!
    Liebe Grüße – LInda, die Auftragsmama

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