Von rasierten Beinen und der Kontrolle im Kreißsaal

Vor ein paar Tagen las ich einen Text von Patricia Cammarata alias „Das Nuf“, in dem sie sich über ein paar Tipps in einem Kundenmagazin aufregte („Wenn der Damm reißt, ist jede Frau froh, wenn die Füße wenigstens pedikürt sind“) . Hochschwangeren Frauen wurde dort geraten, vor der Geburt noch einmal zur Mani- und zur Pediküre zu gehen und beim Packen der Kliniktasche auf keinen Fall die Schminkpinsel zu vergessen. Im Prinzip stimme ich ihr zu: Das Aussehen der Mutter ist bei einer Geburt das unwichtigste Detail überhaupt. Ich habe allerdings auch ein ganz großes ABER.

Denn ja, auch ich habe mir vor der Geburt noch einmal die Beine rasiert. Jedoch nicht, damit meine Gazellenschenkel auf den ersten Bildern nach der Entbindung möglichst gut zur Geltung kommen. Vielmehr hatte es ein wenig damit zu tun, die Kontrolle zu behalten.

Eine Geburt ist eine laute, schwitzige, blutende und wahnsinnig schmerzhafte Angelegenheit. Und manchmal schietert man auch auf den Tisch, wie das Nuf ganz treffend bemerkte. Nichts davon kann eine Frau beeinflussen. Das ist unangenehm und manchmal macht es auch Angst. Besonders, wenn man noch nie ein Kind geboren hat und keine Ahnung davon hat, was auf einen zukommt.

Zurück zu den rasierten Beinen. Denn wenigstens den Zustand meiner Beine hatte ich unter Kontrolle. Und ganz nebenbei fühlte ich mich mit rasierten Beinen auch viel wohler und konnte ein wenig entspannter an die unbekannte Situation der Geburt herangehen. Auch wenn mir natürlich klar war, dass es meinen Hebammen herzlich egal war, wie meine Beine aussahen.

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