Alles nur eine Phase

Jede Mutter kennt ihn. Den Satz, der sie in schwierigen Zeiten beruhigen soll. Sie daran erinnern, dass es bald wieder besser wird. Jede Mutter kennt den Satz: „Es ist alles nur eine Phase.“ Doch dieser Satz trifft nicht nur auf meinen Sohn zu. Sondern auch auf mich.

Immer wieder gibt es eine Zeit, in der ich meinen Sohn sehe und traurig und frustriert bin. Sehe ihn im Vergleich zu den anderen Krippenkindern, die zum Teil nur ein paar Tage älter sind als er. Und doch so viel weiter. Die munter drauf los plappern und ganze Geschichten erzählen, wo er über ein paar Worte noch nicht hinaus ist. In diesen Zeiten verfluche ich seine Krankheit und male mir in den düstersten Farben seine Zukunft aus. Habe Angst davor, dass er später Schwierigkeiten bekommt.

Doch es gibt auch die anderen Zeiten. Die, in denen ich nur beeindruckt davon bin, was für ein Sonnenschein er ist. Wie fröhlich und aufgeweckt er ist. Wie eifrig er Neues ausprobiert. Und erstaunt darüber bin, was er alles schon begreift und umsetzt. Zeiten, in denen ich mir klar mache, dass er zwar nicht spricht. Dass das aber nicht bedeutet, dass er mich auch nicht versteht. Ich sehe, was für ein strahlendes und zufriedenes Kind er ist. Und denke mir dann: „Hauptsache, er glücklich. Und egal, was für Hindernisse noch kommen, ich unterstütze ihn. Vielleicht wird alles gar nicht so schlimm.“

Zum Glück überwiegen die guten Zeiten. Und vielleicht muss ich mir in den dunklen Zeiten nur immer wieder selbst sagen, dass es nur eine Phase ist. Man bekommt es als Mutter schließlich oft genug zu hören.

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