Fremder Papa

Ich habe ein T-Shirt, das ich sehr liebe. Es ist grau und darauf ist ein Bild von Clark Gable als Rhett Butler aus „Vom Winde verweht“. Als ich dieses Shirt das letzte Mal trug, das zeigte mein Sohn darauf und sagte „Papa“.

Derzeit sind bei ihm alle Männer „Papa“ und alle Frauen „Mama“. (Allerdings bilde ich mir ein, dass seine Stimme einen anderen Klang bekommt, wenn er tatsächlich uns meint.) Wir haben uns dran gewöhnt. Inzwischen sagen wir schon aus Reflex Sachen wie: „Ja, das da ist auch eine Mama/Frau“. Oft genutzter Satz bei mir ist auch: „Nein, das ist nicht dein Papa. Das wüsste ich.“ Oft von erleichtertem Kopfnicken betreffender Herren begleitet.

Wie eingangs schon beschrieben, bezieht sich die Mama-Papa-Betitelung des Kindes nicht nur auf reale Menschen, sondern auch auf Fotos. Besonders angetan haben es ihm meine James-Bond-Bilder im Flur. Mit zunehmender Inbrunst zeigt er auf Daniel Craig und nennt ihn „Papa“. In diesen Fällen widerspreche ich ihm übrigens höchst ungern.

Jetzt allerdings schlägt der Gatte zurück. Er hat ein Kinderfoto von sich zwischen meine Bond-Bilder gestellt. Damit „Papa“ auch endlich Papa ist.

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